Schlosspark

schlossgartenUnter einem Schlosspark versteht man in erster Linie einen Garten, der zu einem Schloss gehört. Dies ist auch der Grund, weshalb man in diesem Zusammenhang auch häufig von einem Schlossgarten spricht. Schlosspark und Schlossgarten sind also zwei Namen, welche die gleiche Einrichtung bezeichnen. Dabei ergänzt der Schlosspark das Schloss und soll dieses optisch aufwerten. Hier stand und steht vor allem der repräsentative Charakter der Einrichtung im Vordergrund, die natürlich den Besuchern den Wohlstand ihrer Eigentümer vor Augen halten soll und sollte. Dabei verlief die historische und vor allem die kunsthistorische Entwicklung in Bezug auf europäische Parks und Gärten dieser Art in etwa analog mit der architektonischen Entwicklung der Schlossanlagen selbst.

Dabei ist die Entstehung der Schlossgärten eine sehr alte Prozedur, die in ihren Anfängen bereits auf die Antike zurückgeht. Auch damals wurden Schlösser bzw. hochherrschaftliche Anwesen mit Parks ergänzt. In Europa entwickelten sich die Schlossgärten dabei eher relativ spät als eine Ausgestaltung der Burggärten, welche an sich nur Küchengärten zur Anzucht von Gemüse und Kräutern waren. Allerdings gewannen die Schlossparks oder Gärten in späteren Jahrhunderten immer mehr an Bedeutung und wurden teilweise fast wichtiger als das Schloss selbst. Immerhin gilt ein aufwendig gestalteter Garten als ein Zeichen von Wohlstand und damit von Macht.

In diesem Sinne entwickelten sich vielfältige Gartensysteme und die Landschafts- bzw. Gartenarchitektur als eigener gestalterischer Zweig. Dabei kann man die Gartensysteme in insgesamt drei Epochen unterteilen, so das man hier von Gärten der Renaissance, des Barock und der englischen Prägung spricht. Wer landschaftliche und naturbelassene Gärten interessant findet, wird sich dabei zu den Gärten englischer Prägung hingezogen fühlen, die auch durch natürlich Seen und Wasserläufe gekennzeichnet sind. Die anderen beiden Kategorien wirken insgesamt manikürter und zeigen die Hand des Menschen bei der Anlage. Dabei werden vor allem die Gärten der Renaissance nach wie vor als Garten für Villen empfohlen, wobei dies aber – damals wie heute – eine Geschmacksfrage ist, über die man nicht streiten kann.